Was ist Tantra?
Der Begriff "Tantra" wird von der Sanskritwurzel tan (ausdehnen) abgeleitet. Tantrismus bedeutet somit "allumfassendes Wissen" oder "Ausbreitung des Wissens". Der Tantrismus wird als Ursprung der Lehren von der Kundalini (ätherische Kraft im Menschen) und den Chakren (Energiezentren im Körper, die durch Energiekanäle miteinander verbunden sind) angesehen.
Jedes Individuum ist gemäß tantrischer Lehre eine Manifestation dieser Energie, und die Dinge um uns sind das Produkt des gleichen Bewusstseins, das sich immerfort auf verschiedene Weise offenbart.
In vielen Religionen oder Weltanschauungen sind Spiritualität und Eros streng voneinander getrennt. Nicht so im Tantra: Hier wird jeder Aspekt des Lebens gleichberechtigt behandelt und es besinnt sich auf die ursprüngliche Verbundenheit, die zu Beginn unserer Existenz in allen Bereichen vorhanden war.
Es ist Erleuchtung, die in vielen Religionen angetrebt wird. In einem Großteil dieser Religionen sind Menschen unvollkommen und sündig Wesen, die sich anstrengen müssen, Erleuchtung zu finden. Tantra dagegen hat eine andere Philosophie: Der Mensch ist schon frei und vollkommen. Im Tantra geht es nicht darum, Erleuchtung mühsam zu erreichen, sondern die vorhandene Vollkommenheit zu erkennen.
Ein Weg hierhin ist das Gewahr werden im Hier und Jetzt: Wenn ein Moment ganz bewusst, wach, klar und mit allen Sinnen erlebt wird. Vergangenheit und Zukunft verlieren an Bedeutung, es zählt nur der Moment im Hier und Jetzt. Der Moment, in dem sich etwas zu etwas Größeren erhebt, weil alle Anspannung, gesellschaftliche Sichtweisen oder Urteile und Meinungen verschwunden sind.








